Weil man grün von rot nicht trennen darf

Presseerklärung | Berlin, 21. Januar 2022

Wichtige Sanierungsmaßnahmen nicht berücksichtigt – werden Marzahner Bahnhöfe abgehängt?

Seit Jahren verhandelt die Senatsverwaltung Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mit der Deutschen Bahn über ein Bahnhofsmodernisierungsprogramm. Der Senat und die Deutsche Bahn haben sich mittlerweile über Prioritäten verständigt und eine Maßnahmenliste beschlossen. Bis 2032 sollen über 50 Berliner Bahnhöfe modernisiert werden. Das haben der Berliner Senat und die Deutsche Bahn in einer Rahmenvereinbarung beschlossen.

Dringend notwendige Sanierungen insbesondere an Bahnhöfen der S7 fehlen jedoch in der Liste. Dazu erklären die Mitglieder der Linksfraktion im Verkehrsausschuss der BVV Marzahn-Hellersdorf Stefanie Wagner Boysen und Björn Tielebein:

Mit Unverständnis haben wir zur Kenntnis genommen, dass es keine klare zeitliche Perspektive für die Realisierung der Verlängerung der Personenüberführung am S-Bhf. Kaulsdorf, auf die der Bezirk seit Jahren wartet, gibt. Ebenso ist die Herstellung der Barrierefreiheit am S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße zur Otto-Rosenberg-Straße nicht Teil des Pakets. Bis heute sind damit wichtige soziale Einrichtungen nicht barrierefrei erschlossen. Ebenso sind für den S-Bahnhof Ahrensfelde keine Modernisierungen geplant. Vor dem Hintergrund der langwierigen Diskussionen über den Zustand der Personenüberführung und dem allgemeinen Zustand des Bahnhofs ist das nicht nachvollziehbar.

Die Linksfraktion hat deshalb einen Antrag in das Bezirksparlament eingebracht, der das Bezirksamt auffordert sich gegenüber dem Senat und der Deutschen Bahn für ergänzende Maßnahmen im Rahmen des beschlossenen Bahnhofsmodernisierungsprogramms einzusetzen: So müssen die Verlängerung der Personenüberführung am S-Bahnhof Kaulsdorf früher realisiert und die Barrierefreiheit am S-Bhf. Raoul-Wallenberg-Straße hergestellt werden. Der S-Bahnhof Ahrensfelde muss endlich grundlegend saniert und aus seinem Dornröschenschlaf erwacht werden. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung in den Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Natur, Tier- und Artenschutz, Verkehr überwiesen.


Mai 2022 startet der neue BVG-Rufbus in Kaulsdorf und Mahlsdorf 

Im Nahverkehrsplan des Landes Berlin hat Rot-Rot-Grün die Erprobung eines neuen digitalen Rufbus der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verankert. Damit soll der öffentliche Nahverkehr mittelfristig mit einem neuen Angebot ergänzt werden. Ziel ist es ein attraktives Angebot für schlecht angeschlossene Gebiete zu schaffen, um als Zubringerverkehr zum ÖPNV-Netz zu dienen und neue Verbindungen zu schaffen. Das Erprobungsgebiet liegt in Teilen der Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick.

 

Der neue Rufbus wird barrierefrei nutzbar sein. Die Buchung und die Bezahlung sollen digital per App sowie analog über ein Call-Center und eine bar bezahlbare Guthabenkarte erfolgen. Die Fahrzeuge werden eine Kapazität von bis zu acht Fahrgästen haben, die sich eine gemeinsame Strecke teilen können. Neben regulären ÖPNV-Haltestellen wird der Rufbus auch Einrichtungen wie Bürgerämter oder Ärztehäuser ansteuern, die besonders für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen von Bedeutung sind. Um Erschließungslücken in den Außenbezirken zu decken, werden auch „virtuelle“ Haltestellen angesteuert, die auf der App angezeigt bzw. vom Call Center benannt werden.

Vorgesehen ist eine Betriebszeit von mindestens 16 Stunden (4:30 Uhr – 20:30 Uhr werktags und 08:00 – 24:00 Uhr an Wochenenden). Für die Nutzung des Rufbus wird es ein differenziertes Preissystem geben, je nach Strecke und Abholort:

 

·     Zubringer zu klassischem ÖPNV innerhalb unterversorgter Gebiete: zur Anwendung kommt der normale VBB-Tarif, der den Tarifbereich B umfasst (kein Zuschlag erforderlich)

·     Zubringer zu klassischem ÖPNV außerhalb unterversorgter Gebiete: VBB-Ticket für Berlin B + fixer Komfortzuschlag von 1,50 EUR; Mitfahrende zahlen das VBB-Ticket und 0,50 EUR Komfortzuschlag

·     Direktfahrt zwischen virtuellen Haltestellen: VBB-Ticket für Berlin B + variabler Komfortzuschlag zzgl. zum normalen VBB-Tarif in Form eines Kilometerpreises in Höhe von 1,50 EUR je Kilometer; Mitfahrende zahlen das VBB-Ticket für Berlin B + 0,50 EUR Zuschlag je Kilometer.

 

Die BVG wird das Vergabeverfahren bald starten, damit der Betrieb im Mai 2022 aufgenommen werden kann.

 

Mit dem neuen digitalen Rufbus stärkt Rot-Rot-Grün die Mobilität in den Außenbezirken. Ich hoffe sehr, dass auch im Bezirk viele Menschen in Kaulsdorf und Mahlsdorf dieses neue flexible Angebot testen werden. Gerade im Siedlungsgebiet, wo die Taktzeiten nicht dicht genug sind und Haltestellen weiter auseinander liegen können, brauchen wir bessere Angebote im Nahverkehr. Der Rufbus kann dabei eine gute Ergänzung sein.  



Machbarkeitsuntersuchung für Fahrradparkhaus Mahlsdorf soll im Herbst vorliegen

 

Die Fahrradstellplätze am S- und Regionalbahnhof Mahlsdorf gehören zu den am intensivsten genutzten im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Der wachsende Bedarf kann kaum durch das vorhandene Angebot gedeckt werden. Ebenso werden an dem Bahnhof auch viele Fahrräder geklaut. Im Zuge einer Verkehrslösung für Mahlsdorf muss das Dauer-Thema Fahrradparken am Bahnhof Mahlsdorf entschlossen angepackt werden. Eine Standort- und Potentialanalyse zum Fahrradparken hat ergeben, dass der Bahnhof Mahlsdorf derzeitig über 257 Stellplätze verfügt, bis 2030 wird ein Bedarf von 1024 Plätzen angenommen. Möglich sei die Realisierung von 800 neuen Stellplätzen.

 

 

 

Seit Juni 2021 wird im Auftrag der infraVelo GmbH untersucht, ob am Bahnhof Mahlsdorf ein Fahrradparkhaus grundsätzlich machbar ist. In diesem Zusammenhang werden die möglichen Standorte geprüft und geklärt in welcher Form und Umfang ein solches Fahrradparkhaus vor Ort errichtet werden kann. Die Untersuchung wird voraussichtlich im Herbst 2021 abgeschlossen. Sollte sie ein positives Ergebnis haben, folgt darauf die Bedarfsplanung mit einem Betreiberkonzept.

 

 

 

Ich werde mich dafür einsetzen, dass die vielen Menschen, die mit dem Rad zum und vom Bahnhof pendeln, künftig ein attraktives und sicheres Angebot vor Ort kriegen, um ihre Fahrräder geschützt abstellen zu können. Damit der Radverkehr noch weiter gefördert werden kann, braucht es zudem sichere Radwege. Diese müssen endlich im Zuge der Verkehrslösung Mahlsdorf und der Umgestaltung der Hönower Straße sowie des Ortsteilzentrums kommen. Auch das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf ist hier in der Pflicht.